Gemeinde- & Dorfentwicklung

11 Aug von Sascha

Gemeinde- & Dorfentwicklung

Als Teil der Gemeindeentwicklung ist die Dorfentwicklungsplanung konsequent zu verfolgen. Der Trend der sinkenden Einwohnerzahlen ist aufzuhalten und es muss dem maßvoll entgegengewirkt werden. Dabei ist die Nahversorgung zu stärken.

Die Gemeinde Ovelgönne hat die Gelegenheit attraktiven Wohnraum zu schaffen, der für die Nachbarn interessant sein kann. Der Baupreis ist in Ovelgönne bei weitem günstiger als bei den viel größeren Nachbarn. Zum einen entstehen durch Wegzug Leerstände, was aufzuhalten ist. Zum anderen sind bestimmte Einwohnerzahlen notwendig, um die Gemeindestrukturen aufrecht zu erhalten. Feuerwehr, Vereine, Schulen und Kindertagesstätten sind davon abhängig, dass auch Menschen da sind. Die Finanzierung der Gemeinde ist bei Umlagen von Steuererträgen  und teilweise bei Förderungen von der Einwohnerzahl abhängig.

In der Dorfentwicklung bestehen die Ziele, die in der letzten Periode entwickelten Maßnahmen entsprechend der Prioritäten voranzubringen und die Dorfentwicklung als laufenden Prozess zu integrieren. Im Februar 2020 die Dorfentwicklungsplanung abgeschlossen. Erste wichtige Maßnahmen sind bereits begonnen worden. In der Dorfentwicklung sind die Maßnahmen priorisiert worden. Wichtig ist dabei zum einen diese Priorisierung im Blick zu behalten und zum anderen die Dorfentwicklung fortzuschreiben und die entsprechenden Akteure laufend einzubinden.

Die Herausforderung besteht darin, die Bedingungen so zu beeinflussen, dass es keinen Einwohnerrückgang mehr gibt und die bestehende Infrastruktur weiterhin existiert. Daneben muss die Nahversorgung an den bestehenden Einwohnerstand gewährleistet sein. Bei einem wünschenswerten Einwohneranstieg ist es notwendig, die Infrastruktur (Nahversorgung, ausreichend Plätze in der Kindertagesbetreuung oder auch Ausstattung der Schulen) im Blick zu behalten. Auch gibt es bereits Dörfer, wo es nur eine unzureichende Nahversorgung gibt.

Wie komme ich darauf?

Von 2011 bis 2019 ist die Einwohnerzahl um 6 % auf 5 176 Einwohner_innen gesunken (Stand 31.12.). Dabei ist die Zahl der jungen Menschen (unter 15) von 15,7 % auf 12,7 % gesunken. Auch, wenn der Anteil der Menschen zwischen 15 und 65 Jahren um fast 8 % gestiegen sind, ist das Durchschnittsalter von 42,9 um fast drei Jahren auf 45,7 Jahren angestiegen. Alles nicht so dramatisch, aber der demografische Wandel ist sichtbar. Allerdings kann man auch sehen, dass die Einwohnerzahl zum 30. September 2020 wieder auf 5 244 angestiegen ist!

Die Gemeinde ist das grüne Herz der Wesermarsch und hat damit vieles zu bieten. Als Nachbar zum Oberzentrum Stadt Oldenburg und in der Mitte der Wesermarsch bietet sie grundsätzlich sehr viel attraktives Entwicklungspotenzial. Zuletzt stieg die Einwohnerzahl geringfügig, hat aber seit 1992 einen Rückgang zu verzeichnen. Die sinkenden Einwohnerzahlen und der demografische Wandel sind Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen. Die Gemeinde ist die mit der niedrigsten Einwohnerdichte im Landkreis. Hier gilt es die zentrale Lage der Gemeinde zu nutzen, und nach und nach für neuen Wohnraum zu sorgen. Dabei ist auch zu beachten, Wohnraum für junge Menschen zu schaffen um diese im Ort zu halten und gleichzeitig auch die Infrastruktur (Plätze in Kindertageseinrichtungen und Schulen) in Blick zu behalten.

 

Wer ist anderer Meinung und gegen einen Einwohnerzuzug? Warum?

Wie können wir die Leistungsfähigkeit sichern?

Was fehlt in Ihrer Nähe?

2 Kommentare

  1. Sie sprechen ausschließlich über junge Menschen. Was ist mit den alten?? (Versorgung, Unterbringung, neue Wohnprojekte für Jung und Alt, …)

    Warum ständig Einwohnerzahl erhöhen? Stichwort: Zersiedelung/Bodenversiegelung der Landschaft durch immer neue Wohngebiete und entsprechende Infrastruktur?

    Ich vermisse: Was ist generell mit dem Thema Umweltschutz? (Vernichtung von Biotopen, Baumschutz, Maßnahmen gegen Insektensterben innerhalb der Gemeinde, …)

    1. Sehr geehrte Frau Heiken,

      vielen Dank für Ihren Kommentar.

      Zu dem Thema Junge und alte Menschen:
      Ganz ausschließlich rede ich nicht nur über die jungen Menschen. Natürlich sind die „alten Menschen“ auch ein Bestandteil der vorgesehenen Entwicklungen.
      So habe ich das Thema Mobilität für die älteren Mitmenschen im Gespräch mit der Dorfgemeinschaft Neustadt besprochen. Ergänzend bedeutet mein Thema „Teilhabe“ natürlich auch die Teilhabe der älteren Menschen in Ovelgönne; so heißt es dort: „Inklusion bedeutet, eine gesellschaftliche Verantwortung den Menschen gegenüber wahrzunehmen, für die wir unsere Umwelt anpassen müssen. Teilhabe ist dabei ein wichtiges Instrument, welches nicht nur für Menschen mit Behinderungen angewendet werden sollte. .

      Dennoch kann ich es verstehen, dass der Anschein da ist, dass ich nur über junge Menschen nachdenke. Denn ich setze sie auf jeden Fall in den Fokus einer Dorf- und Gemeindeentwicklung. Da werde ich dann auch gleich das zweite Thema ansprechen: „Einwohnerzahlen“. Zu diesem Thema steht bei mir: „Der Trend der sinkenden Einwohnerzahlen ist aufzuhalten und es muss dem maßvoll entgegengewirkt werden. Dabei ist die Nahversorgung zu stärken.“.

      Damit meinte ich, dass wir auf jeden Fall weiteren Wegzug vermeiden sollten. Das ist das Minimalziel. Ergänzend ist für Einwohnerzuzug zu werben – aber immer mit Blick auf die vorhandene Infrastruktur (Kitas, Schule usw.). In erster Linie rede ich nicht davon, eine Einwohnerentwicklung voranzutreiben, die zu einem Zusammenbruch der Infrastruktur der Gemeinde führt. Aus den Gesprächen, die ich in den letzten Monaten geführt habe, habe ich auch von den Gesprächspartnern Gründe für eine gesunde Einwohnerentwicklung mitgenommen, die ich her gerne ma komprimiert wiedergeben möchte:
      1.) Brauchen wir für den Brand- und Bevölkerungsschutz genügend Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren. Für junge Menschen die sich von Kindestagen an in den Freiwilligen Feuerwehren engagieren, gibt es kaum Wohnraum in der Gemeinde. Sie suchen sich dann eine Arbeitsstelle außerhalb der Gemeinde und wohnen dann dort auch irgendwann mal. Während des Tages sind sie dann nicht erreichbar, wenn es erforderlich ist.
      2.) Die mittelständischen Betriebe in der Gemeinde haben Sorgen und Nöte, den Fachkräftemangel entgegenzuwirken, weil ihnen auch Arbeitskräfte fehlen. Arbeitskräfte suchen sich häufig ihre Arbeitsstelle in der Nähe des Wohnortes aus.
      3.) Mit mehr Einwohnern in den Dörfern gelingt es uns vielleicht auch, die eine oder andere Nahversorgung in den Ort zu holen. Womit dann auch die Nahversorgung für alle gesichert ist.
      4.) Mehr Einwohner bedeutet auch eine höhere Einkommenssteuerumlage für die Gemeinde.

      Natürlich habe ich auch erkannt, dass es Wohnmöglichkeiten für ältere Menschen erfordert. Das Grundstück ist zu groß, das Haus benötigt zu viel Unterhaltung und Pflege und die Wohnsituation, wie sie mal geschaffen worden ist, ist häufig auch nicht barrierefrei. Dieses Thema habe ich bereits mehrfach vernommen und werde es mitnehmen. Letztendlich bleibt abzuwarten, wie sich private Investoren auf diesem Gebiet mit einbinden lassen.

      Das dritte Thema (Umweltschutz) ist mir auch ein wichtiges Thema. Gestern habe ich Plakate u.a. in Ovelgönne aufgehängt und man hat mich auch auf dieses Thema angesprochen. Das Thema Umweltschutz ist allerdings eine Angelegenheit, die sich grundsätzlich auf Regelungen des Bundes, des Landes und des Landkreises bezieht. Als Gemeinde können wir hier nur im Kleinen wirken. So, wie ich das vernommen habe, hat hier die Gemeinde schon großartiges geleistet, wie die öffentlichen Gebäude energetisch zu sanieren. Diesen Weg will ich gerne weiter gehen. Energetische Sanierungen und Artenschutz sind natürlich auch Themen, die für Nachhaltigkeit sorgen. Und ob es z.B. möglich ist, eine brachliegende Ackerfläche zu renaturieren um z.B. den Bienen eine Fläche zu bieten hängt von vielen Faktoren haben – dennoch habe ich diese Idee mal mitgenommen.

      Schönen Gruß
      Sascha Stolorz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.